Jedes VoIP-Gespräch beginnt mit einem kurzen „Gespräch hinter dem Gespräch“: Bevor Sie „Hallo“ sagen, tauschen die beteiligten Geräte Nachrichten aus, um die Verbindung aufzubauen. Diese Nachrichten sind SIP Requests und SIP Responses – Frage und Antwort im Session Initiation Protocol (SIP).
Das Prinzip folgt dem Client-Server-Modell: Ein SIP-Client stellt eine Anfrage (Request), der SIP-Server antwortet darauf (Response). So wird eine Sitzung eingerichtet, gesteuert und wieder beendet.
SIP Requests: die Anfragen
Requests fordern eine bestimmte Aktion an. Jede trägt eine eindeutige Methode. Die wichtigsten:
- INVITE: Leitet einen Anruf bzw. eine Multimedia-Sitzung ein.
- ACK: Bestätigt den Empfang der Antwort auf ein INVITE.
- BYE: Beendet ein laufendes Gespräch.
- REGISTER: Meldet einen Nutzer oder ein Gerät beim Server an.
- OPTIONS: Fragt Fähigkeiten oder Status eines Endpunkts ab.
SIP Responses: die Antworten
Responses melden das Ergebnis über einen numerischen Statuscode zurück – ähnlich den bekannten Fehlercodes im Web:
- 1xx (Informational): Anfrage empfangen, Vorgang läuft noch.
- 2xx (Success): Anfrage erfolgreich – der Dienst wird bereitgestellt.
- 3xx (Redirection): Es ist eine Umleitung oder weitere Aktion nötig.
- 4xx (Client Error): Fehler aufseiten des Clients.
- 5xx (Server Error): Fehler aufseiten des Servers.
- 6xx (Global Failure): Ein globaler Fehler – der Dienst ist nicht verfügbar.
Zusammen bilden Requests und Responses die „Sprache“, in der sich SIP-Geräte verständigen – die unsichtbare Grundlage jedes VoIP-Anrufs.

